Lübeck, 01. - 03. 09. 2006,
ein hanseatisches Treffen.

Zunächst noch mal herzlichen Dank an Kuddi, der dieses Treffen vorbereitet und organisiert hatte. Es war Spitze. Ein gutes Hotel. Selbst das Wetter spielte diesmal mit. Die Gastfreundschaft der Familie Scheel, einfach großartig.

Die Freunde trafen pünktlich im "Fuchsbau" in Alt-Timmendorf ein. Anwesend waren Klaus-Jürgen, Lampi, Peter Weigandt, Hogger, Hubert, Dixi, Mega, Helle, Ulli und natürlich Kuddi. 6 Gitarren waren dabei. Selbst Ulli, der den weitesten Weg von Brüssel hatte kam pünktlich mit dem Flughafenzubringerdienst an. Hubert und ich hatten Lampi in Garbsen an der Autobahn aufgelesen. Leider fehlten aus familiären Gründen Uwe und Kaschi. Klape und Kjeld, zwei Jungenschaftler aus der Gründerzeit der dj 1-11 in Schleswig-Holstein nach dem Krieg, kamen am Nachmittag dazu und führten im Hotel längere Gespräche mit Klaus und Lampi über alte Zeiten.

Die anderen Freunde fuhren nach Timmendorf an die Ostsee zunächst zur Seebrücke. Am Strand fanden für uns zufällig in einem provisorischen Stadion die "Deutschen Meisterschaften im Beach- Volleyball" mit vielem musikalischen Getöse statt. Wir machten uns auf zu einem Spaziergang mit Panoramablick auf die Ostsee zur Linken. Rechts dann schöne alte und auch neue Wohnsitze. Es ist dies schon eine exklusive Wohnlage, zumal der alte Baumbestand erhalten geblieben ist und der Straßenlärm abgeschirmt wird. Zurück durch die Fußgängerzone zum Parkplatz, dann zum "Fuchsbau".

Abendessen und Hortenprogramm ohne Planung, freier Diskussion und diesmal viel Musik. Thema zunächst Günther Grass und das Bekanntwerden seiner SS-Vergangenheit in früher Jugend. Das Publikmachen gerade jetzt zu diesem Zeitpunkt wirkt seltsam. Der moralische Zeigefinger war bei ihm in der Vergangenheit immer oben und den will er nach seinen letzten Äußerungen auch weiterhin oben lassen. Im Groben zwei Standpunkte. Einmal die Verdrängungstheorie, vertreten von Lampi und Peter Weigandt, die beide aus ihrer Vergangenheit mit Beispielen hierzu Möglichkeiten zeigten. Andererseits, vertreten von Helle und Holger ganz einfach der Standpunkt der Steigerung der Auflagen seines neuen Buches. So oder so, das Denkmal bröckelt.

Lübeck am Samstag. Stadtführung mit Frau Nölker. Einer sympathischen und kompetenten Dame, Kuddi`s "Schwester"., die ihn bei einem Krankenhausaufenthalt als Schwester auf der Intensivstation betreute. Die Fülle der Sehenswürdigkeiten, die Architektur, der Gesamteindruck dieser Stadt großartig. Lübeck lag ja auf unseren Trampfahrten etwas seitlich ab. Für uns war nach der Drehbrücke in Rendsburg Hamburg das Tor zum Süden. Wir sahen die spezielle Backsteinbauweise. Schabbelhaus, Dom, St.Petri, Rathaus, Heilig Geist Hospital, Buddenbrookhaus. Übrigens gibt es eine Familie dieses Namens in Lübeck und Umgebung nicht. Es geht im Werk des Literaturnobelpreisträgers von 1929 um den Niedergang der eigenen Familie. Man kann das aber auch anders sehen den Niedergang.

Ich persönlich bin gerne an Stätten, an denen man die Ausstrahlung oder die Atmosphäre eines Ortes fühlen kann. Oft ist dies in Kirchen der Fall. Frau Nölker erklärte und, daß i Lübeck alles schief sei. Die Altstadt ist von Wasser umgeben. Es ist eine Insel. Der Fließsand hat die Gründung schwerer Bauwerke schwierig gemacht. Statik war nicht in heutiger Form bekannt. Man lernte durch probieren und manche Säule oder Wand sackte während der Mauerei in sich zusammen. Man übte solange bis es hielt oder stehen blieb. Und das Einiges schief ist konnte man im Dom in Fluchtrichtung der Säulen sehen. 38,5 m hohe Säulen mit Gewölben tragen ein enormes Gewicht.

Wir sahen in die "Gänge" der Altstadt. Es gibt in dieser Stadt 80 Gänge. Einmalig in Deutschland. Von der Straßenseite völlig unauf H Hfällig. Man baute an der Straßenfront schmale Häuser, hatte aber an den Rückseiten relativ lange große Grundstücke, die man nutzte. Die Zwischenräume der Häuser nahm man als Gang, um nach hinten kleine Häuschen anzubauen. Einmal für Sozialfälle, die es ja in jeder Familie gab. Keine Versicherungen, keine Altersabsicherung usw. Irgendwo mussten die arbeitsunfähigen, die wenig Mittel hatten, bleiben. Heute sind diese Gänge, oft nach Zünften benannt, beliebt Wohnecken.

Wir schauten uns etwas um und sahen bunte Fassaden mit viel Farben un den Türen und Fenstern, schöne Pflasterung und viel Blumen und kleine Idylle. Im Heilig Geist Hospital waren die Ärmsten untergebracht. Kleine, Kontainer ähnliche Behältnisse stehen in langen Reihen nebeneinander. Stiftungen und die Kirchen sorgen für ein halbwegs menschliches Leben. Auf meine Bemerkung, dass die Stadt m.E. viel für Sozialfälle tue, sagte Frau Nölker "das ist eben hanseatisch" so wat !

Pause für Essen und Trinken im "Kartoffelkeller" unter dem Hospital. Urige Kneipe in altem Backsteingewölbe. Bootsfahrt auf dem Trave zunächst in den Industriehafen, dann durch den Kanal um die Stadt herum. Herrliche Ausblicke auf die Stadt, die Parkanlagen bis zum Holstentor. Es ist nicht möglich Lübeck in einem Tag zu schaffen. Wir konnten nicht in Details gehen, sahen naturgemäß nur einen kleinen Teil dieser schönen Stadt.

Kaffeetafel bei Scheels in Bad Schwartau. Wir wurden herzlich empfangen und wunderbar bewirtet. Lübecker-Marzipantorte und Himbeer-Reistorte, gebacken von Frau Scheel. Wir wurden informiert, dass Frau Scheel konditorisch einiges für die Familie und die Nachbarschaft leistet. Das glauben wir gerne. Danke.

Wir fuhren in den "Fuchsbau" und genossen dieses schöne Hotel. Tolles Abendessen. Es war unser letzter Abend bei diesem Treffen. Singen und sagen. Das Singen wurde immer besser. Lampi lief zu großer Form auf. Dixi spielte klassische Stücke. Es war klasse.. Vorschläge kamen. Dixi hat ein Aufnahmegerät. Lampi machte Liedvorschläge. Wir wollen versuchen beim nächsten Mal einige Lieder aufzunehmen. Texte und Gitarrengriffe sollen geübt werden. Die Lieder, die wir ausgesucht haben, bekommt jeder zugeschickt. Also etwas üben, mal sehen was daraus wird. Sagen. Mega informiert zum nächsten Treffen die Schleswiger - Presse. Es ist sicher in dieser Form in Deutschland einzig, eine Horte zu finden, die sich wieder nach diesen langen Jahren trifft und wieder so zusammen hält.

Noch mal singen. Stimmungsvolle russische Lieder, wie ihr sie ja kennt, begeistern das Hotelpersonal. Eine junge Polin wäre bei "Kalinka" bald ausgeflippt und bedankte sich bei Lampi persönlich. Hatte von Klape schon gehört, dass man ja auf diese Truppe neidisch sein könnte. Ein Ehepaar,das im Hotel wohnte, sagte das Gleiche. Die Dame kam nur, um sich bei Lampi für Musik beim Wecken morgens zu bedanken. Der Herr, früher beim CVJM, hätte sofort mitgemacht. Es war ein irrer Abend.

Möchte Euch noch über das eventuelle Ziel in 2007 informieren. Wir diskutierten lange, bis ich meine Methode aus der beruflichen Welt anwandte. Also es ist Emil Nolde und Theodor Storm, also Nordfriesland. Die Organisation liegt 2oo7 bei Helle und Mega. Ich versuche zu helfen.

Unabhängig von diesem Bericht können natürlich andere Freunde über interessante Themen schreiben. Dann an Ulli schicken. Die Bearbeitung erfogt in gleicher Form wie 2005.

Bleibt alle gesund. Das ist für uns sicher wichtig geworden. Dann 2007 auf zu Emil Nolde und Theodor Storm

Euer Hogger

 
 
   
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