Quedlinburg, 30.09 - 02.10.2005,
ein ereignisreiches Treffen, trotz Regen.

Am Freitag, 30.9.05 im Laufe des Nachmittags trafen die ersten Freunde im Ringhotel "Schlossmühle" in Quedlinburg ein. Helle hatte sich bei der Anreise einem "Führer" anvertraut, der sie quer durch Niedersachsen und Sachsen-Anhalt gelotst hatte, so daß es etwas später wurde. Ulli hatte die Schlacht auf den deutschen Autobahnen am Ende doch siegreich bestanden und kam nach dem Abendessen mit neuer Profi Kamera. Hubert und ich brauchten nur 2 1/2 Stunden über die "Warschauer Allee" A2,
bis Braunschweig, dann südlich durch Sachsen-Anhalt, am Ostrand des Harzes entlang über neu erbaute autobahnähnliche Landstraßen nach Quedlinburg. Auffällig die großflächigen Felder aus DDR-Zeiten für den Maschineneinsatz in der Landwirtschaft durch die LPG`s.

Es nahmen alle Freunde teil, bis auf Mega und Dixie, die aus familiären Gründen verhindert waren. Gitarren waren mit dabei. Nur zwei waren im Einsatz. Es spielten nur Hubert undPeter (Lampi). Ein sehr schönes Hotel, am Fuße des Schlossberges gelegen. Einzelzimmer, Essen und Trinken gut. Gemeinschaftsraum für Singen und Sagen o.k. Danke an Brat, der die
Organisation hatte und auch etwas Ärger bekam.
Quedlinburg, eine alte Stadt mit sehr viel Fachwerk-Bauwerken in jeder Form, Unesco-Welterbe, für mich besonders interessant die Ausfachung der Fachwerkflächen mit Klinkern in verschiedensten Farben und Mustern. In der Stadt eine Lehrwerkstatt für diese speziellen Klinkerarbeiten.
Wir kamen jedoch nach Quedlinburg wegen Lionel Feininger, dem Domschatz, der Schlosskirche und der Historie. Zusätzlich tauchte Friedrich, Gottlieb Klopstock auf, der hier geboren wurde. Berichte über Feininger und Klopstock sind bereits in der Chronik in gesonderten Beiträgen behandelt worden.
Nach ersten Eindrücken am Freitag, dann eine Stadt- und Schlossführung am Samstag. Stadtführung mit einer gut informierten Dame, die uns wirklich über Handwerker, Stiftsdamen, Ratsherren, Kirchen informierte. Wußtet ihr, daß der Ausdruck "Laden öffnen" von der Konstruktion der Fensterläden kommt, die man öffnete in dem man den Laden aufklappte und als Werbe- und Verkaufsfläche benutzte?
Etwas noch zu dem mit viel Aufwand un sicher auch mit viel Westgeld restauriertem Stadtbild, den Fachwerkhäusern, den Kirchen, der Infrastruktur etc. Es sind sicher Millionenbeträge geflossen und es geht ja weiter. Der Osten braucht immer noch Geld. Wir sind jetzt ein Volk, sollten dafür dankbar sein, unabhängig von politischen Querelen. Die Erhaltung unserer gemeinsamen Kultur macht den finanziellen Einsatz erforderlich. Obwohl es schon sehr lange dauert in den Köpfen verkrustete Strukturen
aufzubrechen. Das Geld ist m.E. gut angelegt. Was haben wir doch an Landschaften dazu bekommen. Denkt nur an die Ostseeküste, die Mark, Rügen, Elbsandstein Gebirge usw.
Ich hatte Gelegenheit direkt nach der Wende einige Städte im Osten zu besuchen. Stralsund, Wismar, Uekermünde usw. Ein paar Jahre noch "real existierenden Sozialismus" und nur noch größere Baggerarbeiten wären zur Sanierung sinnvoll gewesen. Die "Sevatius"- Stiftskirche mit dem Domschatz ist sicher eine der bedeutensten romanischen Kirchen Deutschlands. Im Jahre 936 wurde König Heinrich hier begraben. Es sind da bereits drei Vorgänger-Kirchen nachgewiesen worden. Im Internet "www. Quedlinburg. de" ist alles nachzulesen.
Gut vorstellbar, daß die Nazis und danach die Jungs des "real existierenden Sozialismus", die mächtige Basilika mit der wuchtigen Innenkonstruktion zur pompösen Selbstdarstellung brauchen konnten, blöd wie die im Kopf ja waren. Es geht tief in den Schlossberg hinein mit Ausstellungsräumen, Gewölben etc. Die Sandsteinfassade ist beeindruckend aber das Innere dieser Pfalz ist enorm. Der Domschatz besteht aus alten handgearbeiteten Bibeln mit ausgesuchten
Edelsteinen verziert, Becher, Abendmahlsutensilien und Elfenbeinpräziosen, die uns ein etwas spätpubertierender Student zu erklären versuchte.
Die Horte diskutierte nach dem vorzüglichen Abendessen. Themen vielfältig, hauptsächlich Jugendfragen und Familienrecht (Uwe) und die anstehenden Bundestagswahlen, was sich ja nun mit der großen Koalition unter Frau Merkel selbst erledigt hat. Wir vernachlässigen das Singen. Sollte wieder mal etwas mehr üben (Peter Lampi). Na, Dixie tritt beim nächsten Mal wieder an. Es ist aber auch egal. Wir genügen uns selbst. Themen fliegen uns zu, ergeben sich aus ständigen Gesprächen und Diskussionen, sind gut, lebendig und offen.

Der Abschied vor dem Hotel wie immer mit Liedern, wir hatten Zuschauer. An den Nachbarhäusern gingen die Fenster auf. Es wurde sogar geklatscht. 2006 fahren wir nach Lübeck ins Schabbelhaus, zur Schiffergilde und zu Thomas Mann. Kuddi bleibt am Ball.

Euer Hogger

 
 
 
 
   
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